Preisträger 1989

Helmut James von Moltke | Briefe an Freya

Helmuth James von Moltke

Briefe an Freya

1939-1945

Verlag C.H. Beck
München 1988
ISBN: 3-406-35279-0

Autor

Helmuth James Graf von Moltke wurde 1907 in Kreisau/Schlesien geboren. Er schlug eine
juristische Laufbahn ein, verzichtete aber 1935 darauf, Richter zu werden, um nicht der NSDAP beitreten zu müssen. Von Moltke war Begründer und aktives Mitglied der Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis. Er wurde am 11. Januar 1944 zum Tode verurteilt und zwölf Tage später in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Freya von Moltke, geboren 1911 in Köln, ist die Adressatin der Briefe. Die promovierte Juristin und Ehefrau des Widerstands-kämpfers hat die Texte aufbewahrt und zur Veröffentlichung freigegeben. Sie lebt heute in Vermont, USA. Freya von Moltke nahm den Geschwister-Scholl-Preis in München entgegen. Die Herausgeberin, Beate Ruhm von Oppen, lehrt am St. John’s College in Annapolis, USA. Von ihr liegen zahlreiche Veröffentlichungen zur deutschen Kriegs- und Nachkriegsgeschichte vor.

Begründung der Jury

Der Geschwister-Scholl-Preis wird in diesem Jahr einer Sammlung von Briefen verliehen, die Helmuth James Graf Moltke zwischen 1939 und 1945 an seine Frau Freya geschrieben hat. Dieses Buch hat die Bedeutung einer nach einem halben Jahrhundert endlich veröffentlichten Autobiographie des aristokratischen Citoyen und religiösen Weltbürgers Moltke, der – wie er in den letzten Tagen seines Lebens schrieb – hingerichtet wurde, weil „nicht Pläne, nicht Vorbereitungen, sondern der Geist als solcher verfolgt werden soll.“

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Verleihung

Am 10. November 1989 nahm Freya von Moltke, die Adressatin der Briefe, stellvertretend für ihren Mann Helmuth James von Moltke in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität München den Preis entgegen. Oberbürgermeister Georg Kronawitter und Joachim Spencker, Vorsitzender des Verbandes Bayerischer Verlage und Buchhandlungen e.V. (ehemaliger Name des Verbandes bis 2003), überreichten als Stellvertreter der Stifter die Urkunde.

Die Laudatio bei der feierlichen Preisverleihung hielt Klaus von Dohnanyi.

Laudatio von Klaus von Dohnanyi

Verehrte Gräfin Moltke, Herr Oberbürgermeister, Herr Spencker, meine Damen und Herren,

Es ist immer ein Buch, dem der Geschwister Scholl-Preis verliehen wird. Das Buch soll, so heißt es in der Stiftungsurkunde, dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse geben. Die Kriegsbriefe an Freya, die Briefe Helmuth James Graf Moltkes an seine Frau, 1939 bis 1945, werden veröffentlicht mehr als 50 Jahre nach jenem 22. August 1939, dem Datum, das der erste Brief dieser Veröffentlichung trägt.

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