Preisträger 2013

Otto Dov Kulka | Landschaften der Metropole des Todes

Otto Dov Kulka

Landschaften der Metropole des Todes

Auschwitz und die Grenzen der Erinnerung und der Vorstellungskraft

DVA
München 2013
ISBN 978-3-421-04593-5

Autor

Otto Dov Kulka wurde 1933 in der Tschechoslowakei geboren. Der emeritierte Professor für die Geschichte des jüdischen Volkes an der Hebräischen Universität in Jerusalem hat sich zeitlebens mit dem Völkermord an den Juden beschäftigt.

Begründung der Jury

Otto Dov Kulka wurde 1933 in der Tschechoslowakei geboren, er lernte gleichzeitig die deutsche und die tschechische Sprache, seit 1949 lebt er in Israel, inzwischen ist er emeritierter Professor für die Geschichte der Juden an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Er hat über Jahrzehnte die Verbrechen der Nationalsozialisten erforscht und bemerkenswerte Studien dazu vorgelegt. Dass er als Kind nach Auschwitz deportiert worden war, machte er nie zum Thema seiner Arbeit.

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Verleihung

Der 34. Geschwister-Scholl-Preis wurde am 18. November 2013 in der Großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität in München an Otto Dov Kulka für sein Buch "Landschaften der Metropole des Todes. Auschwitz und die Grenzen der Erinnerung und der Vorstellungskraft" verliehen. Oberbürgermeister Christian Ude und Dr. Jörg Platiel, Vorsitzender des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels - Landesverband Bayern e.V., überreichten als Stellvertreter der Stifter die Urkunde. Die Laudatio hielt Dr. Susanne Heim (Institut für Zeitgeschichte).

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Ansprache von Dr. Jörg Platiel

Sehr geehrter Vizepräsident Prof. Wirsing,
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Ude,
Sehr geehrte Frau Dr. Heim,
Lieber Herr Kulka,
Sehr geehrte Damen und Herren,

so absurd das zu diesem Anlass auch klingen mag, Otto Dov Kulkas Erinnerungs-buch zu den Todeslandschaften von Auschwitz ist ein Glücksfall.

In der schier unüberblickbaren Literatur zur Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten ist dieses Buch eine singuläre Erscheinung.

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Ansprache von Christian Ude

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

der Stiftung dieses Preises, der heute zum 34. Mal verliehen wird, liegt auch das Motto zugrunde „es darf keinen Schlussstrich geben“, keinen Schlussstrich unter nationalsozialistisches Verbrechen und die kritische Auseinandersetzung mit allem, was damals in deutschem Namen geschah und von Deutschen begangen wurde, niemals einen Schlussstrich in der Auseinandersetzung mit totalitärer Ideologie und Menschenverachtung.

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Laudatio von Dr. Susanne Heim

Sehr verehrter Herr Professor Kulka, lieber Dov!
Sehr geehrte Damen und Herren!

Wer in Jerusalem nach Professor Kulka sucht, findet ihn in der Regel in der Hebräischen Universität. Dort hat er viele Jahre die Geschichte des jüdischen Volkes, insbesondere des deutschsprachigen Judentums, erforscht und gelehrt. Noch heute hat er einen Arbeitsraum an der Uni, der bis unter die Decke vollgestopft ist mit Büchern und in dem die Manuskriptstapel langsam von den Wänden her in die Raummitte wachsen. Ein Computer mit wohlgeordneter Festplatte gewährleistet den Überblick. In diesem Raum verbringt Kulka in der Regel 10 bis 12 Stunden täglich, arbeitet mit Akribie und Ausdauer an seinen diversen Publikationsprojekten und korrespondiert mit Kollegen in aller Welt.

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Dankesrede von Otto Dov Kulka

Sehr verehrter Prof. Martin Wirsing,
Sehr verehrter Herr Christian Ude,
Sehr verehrter Dr. Jörg Platiel,
Sehr verehrte Dr. Susanne Heim,
Verehrtes Publikum,

Ein Besuch in München bedeutet mir viel. Nämlich eine Rückkehr in die Jahre, in denen ich in deutschen Archiven und Bibliotheken für meine Dissertation forschte. Es waren vor allem das Münchner Institut für Zeitgeschichte, das Bayerische Hauptstaatsarchiv und selbstverständlich die Bayerische Staatsbibliothek, wo ich meine Zeit verbrachte. Aber der Preis geht an das Buch, das ich, nicht ganz zu Recht, mein „Außerwissenschaftliches“ nannte.

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