Preisträger 2014

Glenn Greenwald | Die globale Überwachung

Glenn Greenwald

Die globale Überwachung

Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen

Droemer Verlag
München 2014
ISBN 978-3-426-27635-8

Autor

Glenn Greenwald, (geb. 1967 in New York City) ist Jurist und Verfassungsrechtler. Er war Kolumnist beim Guardian und ist einer der einflussreichsten politischen Kommentatoren in den USA. 2014 gründete Greenwald sein eigenes Internetmagazin The Intercept. Er lebt in Brasilien.

Begründung der Jury

Der Geschwister-Scholl-Preis wird Glenn Greenwald für sein Buch „Die globale Überwachung. Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen“ verliehen.

Glenn Greenwald hat einer breiten internationalen Öffentlichkeit vor Augen geführt, in welchem Ausmaß der amerikanische Geheimdienst NSA weltweit die elektronische Kommunikation überwacht, erfasst und speichert. Greenwald hat erheblichen Mut bewiesen, als er sich entschloss, mit Edward Snowden, dem abtrünnigen NSA-Mitarbeiter und bedeutendsten „Whistleblower“ aller Zeiten, zusammenzuarbeiten, um mittels zahlreicher Enthüllungen zu zeigen, dass die totale Überwachung nicht nur eine technische Möglichkeit, sondern eine reale politische Gefahr geworden ist.

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Ansprache von Michael Lemling

Sehr geehrter Herr Präsident Professor Huber,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Reiter,
sehr geehrter Herr Prantl,
dear Mr. Greenwald,
verehrte Angehörige und Hinterbliebene der Weißen Rose,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

der von der Landeshauptstadt München und dem Landesverband Bayern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels verliehene Geschwister-Scholl-Preis ist ein Friedenspreis, der an das Vermächtnis von Hans und Sophie Scholl und die Mitglieder der Widerstandsgruppe Weiße Rose erinnern soll. Mitten im Terror des nationalsozialistischen Unrechtsstaates, inmitten der Barbarei des von der NS-Gewaltherrschaft entfesselten Vernichtungskrieges haben sie mit ihren Flugblattaktionen die Verbrechen ihres Staates und seiner Organisationen benannt und zum Widerstand aufgerufen

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Ansprache von Dieter Reiter

Es klingt zugegebenermaßen nicht besonders originell, einem Grußwort zur Verleihung des Geschwister-Scholl-Preises die Formel „Ich freue mich“ voranzustellen. Sie werden es mir trotzdem abnehmen, dass meine Freude, zum ersten Mal als Münchner Oberbürgermeister an dieser Preisverleihung teilnehmen zu können, tatsächlich von Herzen kommt. Zum einen, weil wir heute mit Glenn Greenwald einen Autoren ehren, der den hohen Anspruch des Geschwister-Scholl-Preises in geradezu idealtypischer Weise erfüllt. Und zum anderen, weil dieser Preis, der ja zu den renommiertesten literarischen Auszeichnungen in Deutschland gehört, neben den Preisträgerinnen und Preisträgern auch der Kultur- und Literaturstadt München zur Ehre gereicht.

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Laudatio von Heribert Prantl

Dank Snowden und dank Greenwald haben wir die Kürzel der Überwachung und aller nur erdenklichen Überwachungsprogramme gelernt: Prism und XKeyScore und Upstream und TAO. Solche Kürzel der Überwachung addieren sich zu einem Alphabet der Totalität. Sie buchstabieren die globale digitale Inquisition. Würde jede dieser Überwachungsaktivitäten einen Pfeifton produzieren, wir alle wären schon wahnsinng geworden. Aber man hört nichts, man spürt die Übergriffe der Geheimdienste nicht. Weil es bei den Überwachungsaktionen nicht pfeift, brauchen wir Leute die pfeifen, brauchen wir Whistleblower, brauchen wir Leute wie Glenn Greenwald. Sein Buch „Die globale Überwachung“, das wir hier auszeichnen, ist ein Pfeifbuch – es pfeift 366 Seiten lang, es schreckt uns auf, er zeigt uns den globalen Überwachungswahnsinn.

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Dankesrede von Glenn Greenwald

Guten Abend Ihnen allen und vielen Dank für den sehr herzlichen Empfang. Mein Dank gilt der Stadt München, dem Börsenverein des deutschen Buchhandels und der Jury für diesen höchst bedeutenden Preis. Ich fühle mich geehrt und empfinde tiefe Demut, ihn zu erhalten.

Als ich erfuhr, dass ich für den Preis ausgewählt worden war, freute ich mich natürlich sehr und war sehr dankbar. Ich kannte die Geschichte von Sophie und Hans Scholl und mir war auch der Preis ein Begriff, aber mein erster Gedanke war, dass ich am Tag der Preisverleihung wegen anderer Termine wahrscheinlich nicht nach Deutschland würde reisen können.

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